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3 Freunde – 9 Räder – in 3 Tagen um die Welt

3 Freunde – 9 Räder – in 3 Tagen um die Welt

Ein Dreirad fahren? Wie kommt man den auf so eine Idee? Das habe ich von vielen gehört als ich verkündet habe die neue Yamaha Niken über ein Wochenende mit auf „Weltreise“ zu nehmen. Von Kopfschütteln begleitet starten Dennis, Markus und ich nun aber ab Hamburg mit den drei futuristischen Geräten bei brütender Hitze. So zuversichtlich wie ich mich auch gebe, es ist ein seltsames Gefühl als sich „Das Ding“ in Bewegung setzt und bei der ersten engen Wende auf dem Parkplatz der Yamaha Händlers denke ich noch – jetzt schmeißt es mich. Ob ich damit glücklich werde? Im Kopf spottet es bei mir schon heftig. Krankenfahrstuhl, Stützrad spielt Moppet, altersgerechtes Reisen… Au Backe.

Schon nach wenigen Kilometern aber machen sich ganz andere Gefühle breit. Die 115 PS des aus der MT09, XSR900 bzw. Tracer 900 bekannten Dreizylinder-Motors zerren an der Kette und nach einem sanften Anfahren fährt der Drilling die Krallen aus. Vielleicht hätte ich den Shoei Neotec 2 dieses Mal eine Nummer größer wählen sollen den schon jetzt bleibt kaum genug Platz für mein breites Grinsen unter dem Helm.

Eben hatte ich noch verkündet, dass es in Schleswig Holstein kein Kurven gibt da werde ich eines besseren belehrt. Klar von den max 45° Schräglage bin ich noch weit entfernt, das Fahrerlebnis in jeder Kurve ist aber grandios. Nie habe ich mich so sicher gefühlt mich immer weiter an mein persönliches Limit heran zu tasten. Keine 10 Kilometer trennen Sibirien von Grönland und die beiden 120 70 R15 Schlappen welche sich zwischen den imposanten Gabeln bewegen geben ein ungeahntes Sicherheitsgefühl. Schon am ersten Tag haben wir nach wenigen Minuten vergessen, dass da gleich zwei Räder vorne werkeln. Zack und steht Markus mir beim Fotografieren fast auf dem Fuß.

Der Tag ist fast schon zu Ende als wir in der Fewo nahe England nach weiteren 120 Km ankommen. Im Rückspiegel sehe ich dabei die LED Doppelscheinwerfer der anderen beiden Maschinen. Ein Anblick den ich den ganzen Tag schon lieben gelernt habe. Es ist einfach spektakulär die Doppelgabeln werkeln zu sehen. Dieses Vergnügen werden die meisten jedoch nicht lange haben und die Niken wohl öfter nur von Hinten sehen.

Längsrillen auf der Straße, wechselnde Fahrbahnbeläge oder sogar Dreck im Kurvenscheitel sind kein Argument mehr den Blutdruck hoch zu fahren denke ich noch als wir Kamerun passieren.

Auf schnellen Abschnitten zeigt auch der Quick Shifter sein Potential und katapultiert mich durch die Gänge. Gut, dass die beiden 298 mm großen Bremsscheiben der Vorderräder und die 282 mm hinten es damit mehr als aufnehmen können und so für einen sportlichen Ritt auch in engen Passagen sorgen. In Sankt Peter-Ording fällt es mir enorm schwer mich zu benehmen. Den auch hier zeigt sich, dass Potential der Maschine. Ein Knopfdruck und das LCD-Display meldet das Aus für die Traktionskontrolle und im Drift geht es über den Strand. Nach Rensburg folgen weiter 140 Km nach Kalifornien und 3 weitere nach Brasilien.

Via Tempomat sind die knapp 40 Km zum Hotel in Bad Malente extrem entspannt und auch die Gashand kann sich mal ausruhen. Für unser Team steht fest - mit seinen drei Rädern ist die Maschine in den meisten Disziplinen jedem Motorrad weit überlegen. Egal ob es sportlich oder ruhig, auf dem Track oder kleinen Landstraßen vorangeht. Der Fahrspaß ist immer garantiert.

Zum Frühstück geht es 30 Km nach Bali. Wir haben noch lange nicht genug und würden nach weiteren 60 km das Ortsschild „Weite Welt“ gerne als Auftrag sehen. Aber nach einer kurzen Rast im 5 km entfernten Berlin müssen wir wohl wieder die Rückfahrt angehen. Schon heute Abend müssen die Exoten wieder bei Yamaha Dumke und Lütt in Duvenstedt ins Nest.

Wer sich in Windeseile eine Meinung über ein innovatives Motorrad machen möchte, sollte eine Gelegenheit zu einer Probefahrt nicht verstreichen lassen. Im Club der Breitgrinser aufgenommen, begleitet man die nächste Sichtung einer NIKEN dann mit einem wissenden „Daumen Hoch“ Ausdruck im Gesicht…

 

Bericht von: Michael (Paetschman) Paetsch

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