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Die Entwicklung der ersten R1

YZF-R1 1998

Es begann mit einem leeren Blatt Papier. Der Ort: Das Fahrerlager der Rennstrecke Killarney in der Nähe von Kapstadt, Südafrika. Eine internationale Schar der besten Motorradjournalisten war gerade dabei, die soeben präsentierte YZF 1000 R Thunderace über den Kurs zu jagen. Während die Presse mit dem neuen Yamaha Supersportler und der unbarmherzigen Sonne Südafrikas kämpfte, kam im Fahrerlager eine Gruppe von japanischen Ingenieuren und europäischen Produktplanern zusammen, um in lockerer Atmosphäre über neue Ideen zu diskutieren.

Keine Kompromisse 

Während die besten Motorradjournalisten die Thunderace testeten, waren die Ingenieure und Planer nicht weit entfernt, um in einem Gebäude des  Fahrerlagers schon über das neue, noch extremere Folgekonzept nachzudenken. Miwa konnte den Planern mitteilen, dass er bereits mit der Planung eines neuen Vierzylinders beschäftigt war. Motor und Chassis sollten nach seiner Vorstellung als integrierte Einheit konstruiert werden, um die leichteste und kompakteste Maschine ihrer Klasse zu realisieren. Dabei griff er zum Bleistift, um die Grundzüge seiner Idee auf einem leeren Blatt Papier zu skizzieren. Die Planer betrachteten die Skizze, und einer von ihnen schrieb die Worte "No Compromise" hinzu. Diese Anmerkung wurde später zum Leitgedanken des gesamten R1-Projekts. Auf Miwa wartete eine Menge Arbeit, nachdem das Team die Eckdaten festgelegt hatte: 150 PS, Gewicht unter 180 Kilogramm und die Handling Eigenschaften einer aktuellen 600er!

  • Ultrakompakter Vierzylinder mit Kurbel- und Getriebewellen auf drei
    Ebenen.
  • Deltabox-II-Rahmen mit nach vorn geneigtem Motor als tragendes Element, um eine hohe Steifigkeit bei geringem Gewicht zu erzielen.
  • Kombination aus langer Schwinge und kurzem Radstand für überragendes
    Handling und ausgezeichnete Stabilität.
  • Zentrale Sitzposition des Fahrers, um die beste Balance zu erzielen.

Hier einige Beispiele für sein Streben nach Perfektion: Damit die Verbindung zwischen Schalthebel und Schaltwelle gerade erfolgen konnte, wurde der Rahmen mit einem Tunnel oberhalb des Schwingendrehpunkts versehen. Diese innovative Lösung verbessert das Schaltgefühl, weil das Hebelsystem frei von Biegemomenten ist. Die einteiligen Lenkerhälften aus Aluminium sind um 46 Prozent leichter als geschweißte Bauteile. Allein diese beiden Beispiele  machen deutlich, wie ernst Yamaha die Arbeit im Detail nimmt, um die R1 zum
fortschrittlichsten Supersportler auf dem Markt zu machen.

Kunihiko Miwa, der Vater der R-Serie, war soeben zum Projektleiter eines neuen Supersportlers ernannt worden. Mario Inumaru, als Leiter der Produktplanung verantwortlich für den gesamten europäischen Markt, favorisierte die Idee von einer wirklich radikalen Maschine. Damit verfolgte er die Vision, frischen Wind in das supersportliche Segment der Race-Replikas zu bringen. Denn obwohl die Verkaufszahlen bei den Rennsport-orientierten Motorrädern rückläufig waren, galt Europa nach wie vor als starker Markt für die Supersportler. Die Planer bei Yamaha Motor Europe in Amsterdam glaubten an dieses Segment und waren mehr als glücklich darüber, dass die Ingenieure aus Japan ihre Idee unterstützten.

Am Layout wird festgehalten

Miwa und sein Team arbeiteten ein ganzes Jahr lang sehr hart. Dabei blieb wenig Zeit für Sushi und Sake (für jene, die sich in der japanischen Küche nicht auskennen: Roher Fisch und Reiswein). Das zu Beginn von den Ingenieuren festgelegte Layout sollte auch weiterhin Gültigkeit haben, und sämtliche Supersportler sollten sich an diesen Maßstäben messen lassen.

Sorgfältige Arbeit im Detail

Niemals zuvor wurde einem Großserienmotorrad wie der R1 so viel Aufmerksamkeit bis ins kleinste Detail geschenkt, und Miwa wurde zum "Mr. No Compromise".