R1: Das Elektronik Paket direkt aus dem Rennsport

R1: Das Elektronik Paket direkt aus dem Rennsport

Die elektronischen Systeme erlauben dem Fahrer, sich auf das Fahren selbst zu konzentrieren und fördern Präzision ohne Ablenkung. Nachfolgend eine kurze Vorstellung der verschiedenen Systeme wie LCS, LIF, TCS, SCS, QSS, PWR, YRC, usw. Was bedeuten diese Abkürzungen und welchen Nutzen haben sie?

2015_YZF1000R1_Supersport_IMU with advanced motion detection from 236-598303 (gc_single_col)IMU mit umfassender Bewegungserkennung
2015_YZF1000R1_Supersport_Data analysis 125 times per second from 236-598279 (gc_single_col)Datenanalyse 125mal pro Sekunde
2015_YZF1000R1_Supersport_All directional and rotational G-forces are measured from 236-598243 (gc_single_col)Alle geradlinigen und rotierenden Krafte werden gemessen
      
Der Anfang: die IMU, an der alles hängt
Im Gegensatz zu herkömmlichen Sensoren, die lediglich ermitteln, wie sich das Motorrad verhält, hat die neue R1 dreidimensionale Sensoren.
Eine Baustein, der IMU genannt wird (Inertial Measuring Unit) kann Bewegungen der Maschine in allen drei relevanten Bewegungsrichtungen (vorwärts, seitwärts und vertikal) messen. Eine zusätzliche Kreiselmessung kann darüber hinaus auch Bewegungen um Längsachse, Hochachse und Kippachse (Pitch, Roll and Yaw) registrieren.
Diese Daten werden 125-mal in der Sekunde ausgewertet, so dass die IMU die genaue Position der R1 sowie die Bewegungsabläufe einschließlich Schräglagenwinkel, Driftgeschwindigkeit und Kippwinkel erkennen kann.
Diese Daten dienen der elektronischen Fahrhilfe, um beispielsweise die Kraft am Hinterrad, sprich Motorleistung entsprechend an die jeweilige Fahrsituation anzupassen. Ein solches Elektronikpaket ist zwar im MotoGP Rennsport üblich, wird aber jetzt zum ersten Mal bei einem Serienmotorrad eingesetzt.

2015_YZF1000R1_Supersport_Launch control from 236-598309 (gc_single_col)Launch control
2015_YZF1000R1_Supersport_Lift control from 236-598315 (gc_single_col)Lift control
2015_YZF1000R1_Supersport_Traction control is lean angle sensitive from 236-598387 (gc_single_col)Die Traktionskontrolle ist schräglagenabhängig
2015_YZF1000R1_Supersport_Advanced slide control system from 236-598231 (gc_single_col)System zur Drift-Kontrolle
2015_YZF1000R1_Supersport_Systems can be set to rider preference from 236-598357 (gc_single_col)Das System kann nach den Bedürfnissen des Fahrers eingestellt werden
  
2015_YZF1000R1_Supersport_Yamaha Ride Control for an easy setup from 236-598399 (gc_single_col)Für einfache Handhabung im Cockpit: Yamaha Ride Control
 
Hier ein Überblick über die wichtigsten Komponenten der R1 Elektronik:

Launch Control (LCS)
Von Stand mit 147 kW (200 PS) im ersten Gang losschießen?
Das LCS unterstützt die Beschleunigungsphase von Stand weg, indem die Drehzahl selbst bei Vollgas bei idealen 10.000/min gehalten wird und damit im optimalen Leistungsbereich für eine bestmögliche Beschleunigung.
 Zwei Abstufungen können gewählt werden und das System kann auch ganz abschaltet werden.
Lift Control (LIF)
Dämpft das Abheben des Vorderrades während Beschleunigungsphasen. Wichtig: Es ermöglicht grundsätzlich das Abheben des Vorderrades, Sinn des Systems ist ein plötzliches unkontrolliertes Abheben zu verhindern.
 Drei Abstufungen können gewählt werden und das System kann auch ganz abschaltet werden.
Traktionskontrolle (TCS)
Kontrolliert das Durchdrehen des Hinterrades und ermöglichst maximale Übertragung der Motorkraft auf die Straße. Das System berücksichtigt dabei die Schräglage und regelt die Kraftübertragung entsprechend der gerade gefahrenen Neigung.
 Neun Abstufungen können gewählt werden und das System kann auch ganz abschaltet werden.
Driftkontrolle (SCS)
In der Saison 2012 wurde diese Fahrhilfe beim MotoGP Motorrad eingeführt und nun kommt die Technik zum ersten Mal bei einem Serienmotorrad zum Einsatz. Das patentierte System reguliert den Schub sobald Rutschen einsetzt und arbeitet in Verbindung mit der schräglagenabhängigen Traktionskontrolle (TCS).
Ein bestimmtes Maß an Drift ist sinnvoll, weil es damit leichter für den Fahrer ist, die Kurvenlinie zu wechseln. Ist der Drift weich, reagiert das System nur wenig. Wenn jedoch ein zu großer Driftwinkel entsteht, korrigiert das System dies und dämpft entsprechend.
 Drei Abstufungen können gewählt werden und das System kann auch ganz abschaltet werden.
Schaltautomat (QSS)
Ein Sensor an der Schaltwelle registriert den Hochschaltprozess und das System unterbricht kurz das Drehmoment in Abhängigkeit von Gasstellung, Drehzahl, Gangstufe und Hinterradumdrehung.
 Zwei Abstufungen können gewählt werden und das System kann auch ganz abschaltet werden.
Power Mode (PWR)
Der Motor verfügt über vier verschiedene Leistungseinstellungen, um die Gasannahme dem persönlichen Geschmack bzw. der Fahrumgebung anzupassen. In drei der vier Stufen steht dabei immer die volle Leistung zur Verfügung, lediglich das Ansprechverhalten ist unterschiedlich.
Yamaha Ride Control
Ein Datensatz mit all den persönlichen Einstellungen kann im Paket im sogenannten Yamaha Ride Control gespeichert werden. Es ist dabei möglich, bis zu vier unterschiedliche Pakete (A/B/C/D) zu speichern und diese sind einfach über das Anzeigeinstrument abzurufen. Man kann auch weitere Pakete mit dem optionalen CCU Data Logger speichern, der über eine spezielle App gesteuert wird.

2015_YZF1000R1_Supersport_CCU unit can be mounted in the tail from 236-598249 (gc_single_col)CCU für Datenerhebung wird im Heck befestigt
2015_YZF1000R1_Supersport_Corner speed is one of the measurements from 236-598267 (gc_single_col)Gemessene Daten: Kurvengeschwindigkeit und Fliehkräfte
2015_YZF1000R1_Supersport_Riders view from 236-598345 (gc_single_col)Aus Sicht des Fahrers
2015_YZF1000R1_Supersport_Different power modes available from 236-598285 (gc_single_col)Ansicht von vorne
2015_YZF1000R1_Supersport_Test riding from 236-598427 (gc_single_col)Testfahrten
   
CCU / Data Logger
Dies ist ein Zubehörteil für die R1, an der R1M gehört es zur Standardausstattung. Es beinhaltet ein GPS Teil, das die aktuelle Position erkennt und mittels drahtloser (wireless) Verbindung können Fahrdaten auf einen Tablet-PC oder ein Smartphone übertragen werden. Man kann so die erhobenen Daten im Nachgang in Ruhe ansehen. Damit erschließt sich die faszinierende Möglichkeit, die Kurvenlinien, Rundenzeiten, Geschwindigkeiten, Bremspunkte usw. in Ruhe auszuwerten. An jedem Punkt der Strecke kann man die entsprechenden zugehörigen Daten aus der IMU Messung in allen Details abrufen, wie beispielsweise Kurvengeschwindigkeit, Schräglagenwinkel, Bremsdruck, Fliehkräfte, Gasstellung, usw. Interessant um seine eigenen Fähigkeiten als Fahrer zu verbessern und es mit Freunden zu vergleichen.
ABS mit UBS
Die neue R1 hat ein ABS System und überdies ein UBS System, das schräglagenabhängig reagiert. UBS (Unified Brake System) ist ein integriertes Bremssystem, welches die Bremskraft von Vorderrad und Hinterrad kombiniert, um Bremsmanöver ausgewogen zu gestalten. Es verhindert so ungewollte Reaktionen des Motorrades während der Verzögerung.
Das System agiert schräglagenabhänig: je höher die Schräglage, desto weniger Bremsdruck geht an das Hinterrad. Dieses System ist ein fester Bestandteil des Fahrzeugkonzeptes und kann deshalb nicht abgeschaltet werden.

Fahrer und Maschine sind eine Einheit

Diese elektronischen Fahrhilfen machen nur das, was man ihnen eingibt. Deshalb ist Zuarbeiten von Testfahrern so wichtig und auf diesen menschlichen Aspekt legt Yamaha großen Wert. Die Fahrhilfen sind dazu da, das Zusammenspiel von Fahrer und Technik zu optimieren. So fühlt sich die neue R1 auch recht natürlich an. Das Motorrad verbindet sich quasi mit dem Fahrer und bringt das Fahrkönnen auf ein höheres Niveau.
„Ich glaube den größten Spaß hat man, wenn man merkt, wo man fahrerisch gestern gestanden hat“, sagt der Projektleiter. „Dieses Motorrad ist der Partner dafür und nichts kann diese Erfahrung übertreffen!“

Technische Daten

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