MT-125: Fighter mit Genen eines Supersportlers

MT-125: Fighter mit Genen eines Supersportlers

„Wir haben uns vorgenommen, ein Naked Bike mit deutlich sportlichem Ansatz zu entwickeln“, sagt Projektleiter Alessandro Ghezzi. „Dazu dient uns das neueste Chassis samt Motor der R125.“ Er erklärt weiter: „Wir haben also zunächst eine YZF-R125 auseinandergenommen, mussten uns aber eingestehen, dass noch eine Menge Arbeit vor uns lag. Die technische Basis war klasse, aber aus Designsicht mussten wir doch Etliches einem Update unterziehen, um daraus einen gut aussehenden Fighter zu machen. Zudem mussten wir viel Testarbeit leisten, um das Handling und die Sitzposition zu bekommen, die wir im Hinterkopf hatten.“

2014_MT125_Sport Touring_Big bike feeling from 236-579180 (gc_single_col)Big bike feeling
2014_MT125_Sport Touring_Headlight design sketch from 236-579416 (gc_single_col)Design Entwurf für den Scheinwerfer
2014_MT125_Sport Touring_Final clay model development from 236-579198 (gc_single_col)Letzter Stand Designmodell aus Ton
 
2014_MT125_Sport Touring_Tail design sketches from 236-579222 (gc_single_col)Entwürfe für das Heckteil
    
Big Bike Feeling
„Eine Stärke der YZF-R125 ist, dass sie aussieht wie ein großes Motorrad. Manchmal wird die Maschine sogar für eine R6 gehalten. Dieses Plus wollten wir bei der MT-125 erhalten. Um das zu erreichen, müssen Größe, Form und Anbauteile dem Vorbild Big Bike möglichst nahe kommen. Jedes Bauteil muss quasi den Besitzerstolz wecken können.“
Kräftige Gabel vorne
Die 41 mm Upside-Down-Gabel ist dafür ein gutes Beispiel. „Sie ist viel steifer als die Gabel aus dem Vorgängermodell und man hat damit ein besseres Gefühl für das Vorderrad. Wir waren ebenfalls in der Reifenentwicklung bei Michelin involviert. Diese Pneus sind ein großer Fortschritt. Alles in Allem kann man sagen, dass man auf der neuen MT-125 ein wirklich gutes Gefühl für die Straßenbeschaffenheit bekommt.“
Design
Designer Olivier Béboux stimmt zu: „Wir haben bei der Formgebung auf Purismus und Sportlichkeit Wert gelegt und versucht, Gimmicks zu vermeiden. Die MT-09 und die MT-07 wurden von unseren Kollegen in Japan zur selben Zeit entworfen und wir haben uns natürlich davon inspirieren lassen. Das gilt besonders für die Form des Scheinwerfers und der seitlichen Lufthutzen. Alles wurde dabei an die Erfordernisse einer MT-125 angepasst, unterstützt von viel Testarbeit und dem Willen, dem Motorrad seinen speziellen Fighter-Look zu geben. Die Lufthutzen beispielsweise geben dem Motorrad mehr ‚Körperfülle‘, sie sind optisch mit dem Tank verbunden, haben aber eine andere Oberfläche und verkörpern damit ihre eigene Funktion.“
Andere Designelemente unterscheiden sich absichtlich von der YZF-R125 und der übrigen MT-Serie: „Die Motorverkleidung um das Kurbelgehäuse hat einen sehr mechanischen Ansatz, vergleichbar mit dem Schutzschild eines Kämpfers. Absichtlich ist das Bauteil nicht spitz und nicht von Supersport-Design abgeleitet. Um das Heck kürzer als bei der YZF-R125 zu gestalten, haben wir das Rücklicht unter der Sitzbank platziert. Damit unterscheidet sich die 125er von der übrigen MT-Serie.“

2014_MT125_Sport Touring_Early study comparing the silhouette with R125 from 236-579192 (gc_single_col)Erste Studie mit dem Vergleich der YZF-R125-Silhouette
2014_MT125_Sport Touring_Tapered handlebar from 236-579228 (gc_single_col)Konifizierter Lenker
2014_MT125_Sport Touring_Beautiful wheel design and compact hub from 236-579174 (gc_single_col)Schlankes Raddesign mit kompakter Nabe
2014_MT125_Sport Touring_Radial caliper and floating disc from 236-579216 (gc_single_col)Radial verschraubter Bremssattel und schwimmend gelagerte Bremsscheibe
2014_MT125_Sport Touring_Final sketch from 236-579204 (gc_single_col)Letzter Stand des Design Entwurfes
2014_MT125_Sport Touring_Master model to check the surfaces from 236-579422 (gc_single_col)Das Mastermodell zur Prüfung der Oberflächenqualität
    
Urbaner Fighter
Die Sitzposition hatte eine Schlüsselfunktion bei der Konzeptfindung. „Wir sind uns im Klaren, dass diese Art Motorrad oft in der Stadt gefahren wird,“ bekräftigt Alessandro. „Deshalb haben wir versucht eine Art ‚City-Fighter‘ zu kreieren und nicht einfach einen normalen Fighter. Gute Beherrschbarkeit war unser Ziel gepaart mit leichtem Handling.  Dafür ist jedoch die Sitzposition eines Supersportlers zu sehr gebückt und zu weit weg vom Lenker, selbst wenn man einen höheren und breiteren Lenker verwendet. Also haben wir den Tank verkürzt und die Sitzposition etwa 4 cm weiter nach vorne geschoben. Außerdem haben wir den Lenkeinschlag  von 29° auf 34,5° vergrößert. Das ist natürlich im Stadtverkehr und bei Wendemanövern von entscheidendem Vorteil. Die Federelemente sind ebenfalls auf ein vielschichtiges Einsatzspektrum abgestimmt.“
Komponenten
Alessandro hat ein Lächeln auf den Lippen, wenn er sagt: „Wir hatten ein Team, das mit viel Herzblut an die Sache ging. Wir waren uns von Anfang an darüber im Klaren, dass Qualität und Design eines jeden Bauteiles der Maschine für den Erfolg des Konzeptes steht. Wir haben wirklich viel Arbeit in jedes kleine Detail gesteckt, egal ob es um den Lenker, seine Klemmung oder um die Fußrasten aus Aluminium ging. Und wenn man sich beispielsweise das Vorderrad mit seinen dünnen Speichen betrachtet, muss man zugeben, dass das einfach Klasse aussieht. Es hört sich vielleicht einfach an, aber wir haben dieses Design aus 20 Entwürfen ausgesucht. Als wir dann ans Testen gingen, klappte das zunächst nicht mit den dünnen Speichen. Aber wir haben so lange getüftelt, bis wir eine Möglichkeit gefunden hatten die dünnen Speichen samt kleiner Nabe serientauglich zu machen. Diese Radnabe ist übrigens auch im Yamaha Portfolio neu. Es handelt sich nicht um eine konventionelle Nabe die durch einem Sandkern hohl gegossen wird, sondern um eine im Designprozess minimalisierte Nabe mit spezieller Aufnahme für die Bremsscheibe.“
Das Entwicklungsteam hat zudem immer auch die Leistungsfähigkeit der Maschine im Auge behalten. Der radial verschraubte Bremssattel in Kombination mit der 292mm schwimmend gelagerten Bremsscheibe sieht nicht nur gut aus, sondern hat ein sehr hohes Niveau was Bremskraft und Bremsgefühl angeht.
Sportliche DNA
Produktplaner Guglielmo Fontana Rava bringt es auf den Punkt: „Bei Yamaha haben wir eine Tradition, 125er zu bauen, die sich an hubraumstärkeren Maschinen orientieren. Das reicht von der DT- Serie über die TZR – Serie bis zu der heutigen WR- und R- Baureihe. Die neue MT-125 ist ein weiteres Motorrad in diesem Sinne. Und es weckt sicherlich den Stolz seines Besitzers, denn die Maschine unterscheidet sich doch gewaltig von den üblichen, eher als Gebrauchsfahrzeug gedachten sonstigen 125er Motorrädern auf dem Markt. Schließlich war unsere Motivation, dem MT-125 Fahrer Fahrspaß im Stadtverkehr und auf der Landstraße zu vermitteln. Wie bei der großen MT-Baureihe auch, macht das Motorrad Spaß vom Moment an, wo man den Motor angelassen hat.“

Technische Daten

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