Die neue R6: für Rennsport optimiert

Die neue R6: für Rennsport optimiert

Yamaha ist einer der wenigen Hersteller, der in der 600er Supersport Klasse ein Motorrad mit Euro 4 Abgasspezifikation anbietet, die ab 2017 vorgeschrieben ist. Warum macht Yamaha das und was hat sich am Motorrad geändert?

2017_YZF600R6_Supersport_Survival of the fittest from 236-689192 (gc_single_col)Ausleseprozess
2017_YZF600R6_Supersport_Racing DNA from 236-689180 (gc_single_col)Racing-DNA
2017_YZF600R6_Supersport_Ready to race in supersports 600 class from 236-689186 (gc_single_col)Rennfertig für die 600er Klasse
2017_YZF600R6_Supersport_R6 2017 from 236-689174 (gc_single_col)R6 2017
2017_YZF600R6_Supersport_Most aerodynamic Yamaha motorcycle ever from 236-689162 (gc_single_col)Beste Aerodynamik in der Yamaha Modellgeschichte
     

„Das Dilemma der 600er Supersportler ist, dass die Bikes bei der Technik auf Top Level gleichauf mit den 1000er Supersportler sind, was die Maschinen teuer macht“, erklärt Produktplaner Oliver Grill.
„Auf der anderen Seite ist der Markt der Supersportler ziemlich klein geworden. Ein neues Modell unter diesen Bedingungen auf den Markt zu bringen ist eine große Herausforderung. Glücklicherweise haben wir mit der R6 eine Führungsrolle über das letzte Jahrzehnt aufgebaut. Das gab uns die Möglichkeit, weiter zu investieren, während sich andere zurückgezogen haben. Das ist sozusagen eine ‚natürliche Auslese‘ gewesen.“

„Rennsport ist eine Yamaha DNA“, fügt sein Kollege Naoki Koike hinzu. „Wir haben einen starken Fokus auf internationale Rennaktivitäten und wir werden unsere treuen Supersport-Kunden weiter mit wettbewerbsfähigen Modellen versorgen.“

Bei 600ccm bleibt es
Was waren die Eckpunkte für die Modellentwicklung? Oliver nennt vier Punkte: „Zunächst hat das Lastenheft der Entwickler die Sport-Regularien der 600er Supersport zur Pflichtlektüre erklärt. Deshalb hat sich eine Hubraumerhöhung beispielsweise auf 650 ccm von vorne herein ausgeschlossen. Zweitens ist unser Motor mit 600 ccm bereits auf einem Top-Niveau in Sachen Leistung. Das Augenmerk lag daher - neben der Einhaltung der EU-4 Norm - auf den elektronischen Systemen wie Schaltautomat und Traktionskontrolle.“

Aerodynamik
Er erklärt weiter: „Ein weiteres Element für ein Supersport-Bike ist die Aerodynamik. Wir haben unsere Erfahrungen aus dem MotoGP und der neuen R1 auf die neue R6 übertragen. Die 600er ist damit die Yamaha mit der besten Aerodynamik in der Modellgeschichte geworden! Sie hat etwa 8% weniger Luftwiderstand als das Vorgängermodell und immer noch 5% weniger als die neue R1. Das hat natürlich Einfluss auf die erreichbaren Geschwindigkeiten und einen positiven Effekt für den Fahrer, der gleichzeitig besser vor Winddruck geschützt ist.“



2017_YZF600R6_Supersport_Aluminium Deltabox chassis with air intake through the headstock from 236-689108 (gc_single_col)Aluminium-Deltabox-Rahmen mit Lufteinlass durch den Steuerkopf
2017_YZF600R6_Supersport_KYB big piston fork as on R1 from 236-689138 (gc_single_col)KYB- ‚Big Piston‘-Gabel
2017_YZF600R6_Supersport_New and old rear frame drawing from above from 236-689168 (gc_single_col)Neuer und alter Heckrahmen von oben betrachtet
2017_YZF600R6_Supersport_Traction Control from 236-689198 (gc_single_col)Traktionskontrolle
2017_YZF600R6_Supersport_Well proven high-revving engine with titanium valves from 236-689204 (gc_single_col)Ausgereifter, hochdrehender Motor mit Titanventilen
2017_YZF600R6_Supersport_YCC-I from 236-689210 (gc_single_col)YCC-I
   

Chassis
Schließlich hatte auch das Fahrwerk Verbesserungspotential.
„Das Chassis war bereits auf einen hohen Level, sodass es keine wirklichen Probleme gab. Trotzdem haben wir die Erfahrungen aus der R1-Entwicklung bei der neuen 600er umgesetzt, wie KBY-Federelemente  und neue Bremsen. Die Vorderradgabel, eine 43 mm KYB- ‚Big Piston‘ Ausführung mit extra starker Vorderradachse ist neu. Bei hinterem Federbein  wurde auf Leichtbau gesetzt. Die Vorspannung ist stufenlos einstellbar und natürlich ist Zug und Druckstufe der Dämpfung ebenfalls einstellbar.“
Naoki fügt hinzu: „Von der R1 haben wir zudem die Produktionstechnologie übernommen, das uns die Massenherstellung von so etwas aufwändigem wie einen Aluminiumtank zu vertretbaren Kosten erlaubt. Dieser Tank ist 1,2 kg leichter als ein vergleichbarer Tank aus Stahlblech. Zudem ist der Alu Tank eine Augenweide mit seinen teils handgeschweißten Nähten.“
Auch der  Heckrahmen aus Magnesium ist einzigartig. Das Bauteil hat eine eigene spezielle Form und besteht nicht, wie üblich aus geraden Elementen wie das Vorgängermodell. Der Aufwand wurde getrieben, um die Sitzposition optimal zu gestalten. Die Gewichtsreduzierung solcher Bauteile trägt dazu bei,  das Mehrgewicht von anderen Ausstattungsmerkmalen wie EU-4 Komponenten, ABS oder Schaltautomat zu kompensieren. Alles in allem ist das Motorrad immer noch 1 kg leichter als das Vorgängermodell.

Elektronik
In Sachen Elektronik fällt die 6-fach einstellbare Traktionskontrolle auf. „Es ist ein ausgereiftes System und wir haben viel Erfahrung mit der Abstimmung solcher Systeme. Es wurde für den Renneinsatz entwickelt, um den Fahrer zu entlasten, damit der sich auf die Strecke konzentrieren kann, statt mit einem rutschenden Hinterrad zu kämpfen. Durch die verschiedenen einstellbaren Modi kann man sich an die Reaktion des Systems quasi heranarbeiten. Das trägt zur fahrerischen Weiterentwicklung bei.“

Motor
Agiler, hochdrehender Vierzylinder
Druckbelüftetes Lufteinlasssystem mit geraden Kanälen durch den Rahmen
YCC-I System, das die Länge der Ansaugkanäle in Abhängigkeit von Drehzahl für optimale Leistung verändert
Titanventile, sehr leicht für hohe Drehzahlen
YCC-T für präzise Gasannahme
D-Mode-System mit 3 Stufen für unterschiedliche Leistungscharakteristiken
Traktionskontrolle, 6-stufig einstellbar (plus OFF)
Schaltautomat für schnelles Hochschalten bei Vollgas ohne Kupplungsbetätigung
Slipper-Kupplung, um das Motorrad beim Herunterschalten zu stabilisieren



2017_YZF600R6_Supersport_Lightweight bike with excellent handling from 236-689156 (gc_single_col)Leichte Maschine mit hervorragendem Handling
2017_YZF600R6_Supersport_Clay model before finalizing the design from 236-689120 (gc_single_col)Designmodell kurz vor finalem Stand
2017_YZF600R6_Supersport_Layered fairing layout from 236-689144 (gc_single_col)Verkleidung: Zahlreiche Lüftungsschlitze und fließende horizontale Linien erzeugen eine besondere Optik
2017_YZF600R6_Supersport_Hidden LED front lights just below the fairing from 236-689126 (gc_single_col)Die versteckten LED-Scheinwerfer in der Verkleidung
2017_YZF600R6_Supersport_LED guide lights as eyes in the face from 236-689150 (gc_single_col)LED Lichter quasi als ‚Augen‘ der R6
  

Fahrwerk
Aluminium Deltabox Rahmen mit Schwinge, leicht und stabil
Kurzer Radstand: 1.375 mm für exzellentes Handling
Leichter Heckrahmen aus Magnesium
Aluminium Tank mit geringem Gewicht
320 mm Bremsen mit einteiligen 4-Kolben-Zangen vorne sowie radialer Bremspumpe für präzise und leitungsstarke Verzögerung
ABS ist Standard
Gewicht vollgetankt mit allen Betriebsstoffen nur 190 kg

Design
Design von den MotoGP-Bikes beeinflusst
Hervorragende Aerodynamik
Ausgefallene Konstruktion der Verkleidung, die hervorragende Aerodynamik und Motorkühlung garantiert
LED-Scheinwerfer in der Verkleidung ‚versteckt‘ mit LED Lichtern darüber, welche die ‚Augen‘ der R6 darstellen
Rückspiegel und Blinker leicht für Rennstreckeneinsatz zu demontieren
Verbesserte Sitzposition, die Bewegungen bzw. Gewichtsverlagerung des Fahrers erleichtert



Technische Daten

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