NIKEN: ein toller Kurvenräuber

NIKEN: ein toller Kurvenräuber

„Dieses Motorrad wurde für die Landstraße gebaut“ sagt Arata Kato von der Produktplanung. „Unser Entwicklungsziel war das bestmögliche Kurvenverhalten“ fügt Projektleiter Takahiro Suzuki hinzu.

2018_MXT850_NIKEN_The target was riding fun from 236-732123 (gc_single_col)Das Ziel: Fahrspaß
2018_MXT850_NIKEN_Tesseract concept shown at Tokyo Motor Show 2007 from 236-732111 (gc_single_col)Tesseract wurde als Konzept auf der Tokyo Motor Show 2007 gezeigt
2018_MXT850_NIKEN_MWT-9 concept shown at Tokyo Motor Show 2015 from 236-732081 (gc_single_col)MWT-09 wurde als Konzept auf der Tokyo Motor Show 2015 gezeigt
2018_MXT850_NIKEN_High banking angles easily possible from 236-732051 (gc_single_col)Höhe Schräglagenwinkel sind möglich
2018_MXT850_NIKEN_LMW Ackermann system from 236-732069 (gc_single_col)LMW Ackermann System
2018_MXT850_NIKEN_ 50-50 weight distribution from 236-732009 (gc_single_col)Gewichtsverteilung 50:50
2018_MXT850_NIKEN_CAD drawing of the lightweight aluminium fuel tank from 236-732027 (gc_single_col)CAD Zeichnung des leichten Aluminium Benzintank
  

„Yamaha hat sich dieser neuen Technologie bereits seit langer Zeit gewidmet. Zunächst zeigten unsere Studien, dass der Vorteil wohl in Bereich zusätzlicher Stabilität liegt. Aber das hat uns nicht befriedigt. Wir verstehen uns als Experten für Fahrspaß und Fahrdynamik. Wir haben also letztlich diese Technik in eine Richtung vorangetrieben, die uns am meisten am Herzen liegt: sportliches Motorradfahren.“

Ein Blick zurück

NIKEN wurde erst nach einer langen Entwicklungsarbeit Wirklichkeit.  So erklärt Arata: „Yamaha hat viele verschiedene Konstruktionen von 3 und 4 rädrigen Konzepten durch die Erprobung laufen lassen. Man wird sich daran erinnern, wir haben verschiedene dieser Konzepte der Öffentlichkeit als Studien präsentiert. So wie Tesseract oder MWT-09. Wir fanden bestätigt, dass neigbare 3-rädrige Fahrzeuge das gleiche Niveau an Fahrspaß vermitteln können wie ein normales Motorrad. Unser ganzer Entwicklungsansatz ist dieser Erkenntnis gefolgt. NIKEN ist also nicht mit einem Auto- ähnlichen Ansatz gebaut worden, wie mache einfachen Roller-Konzepte anderer Hersteller. Unser Fokus war das natürliche Gefühl für Handling und Fahrverhalten wie bei einem Motorrad. Das ist der Grund, warum wir die spezielle LMW-Technologie* mit den beiden Upside-Down Gabelholmen zum Einsatz gebracht haben. Da wir dabei die Gabelrohre an der Außenseite des Vorderrades angebracht haben, können selbst extreme Schräglagen bis zu 45° Neigungswinkel gefahren werden!“
*LMW=Leaning Multi Wheel

Das Ackermann Prinzip

Die Geometrie des Vorderbaus mit dem Parallelogramm der Kinematik sorgt dafür, dass die beiden Vorderräder immer parallel zueinander laufen. Die Spur der beiden Räder bleibt dadurch immer unverändert, selbst wenn sich das Fahrzeug in die Kurve neigt. Aber da gibt es noch mehr, wie der Projektleiter hinzufügt:
„Wir nutzten das sogenannte ‚Ackermann Prinzip‘ für die NIKEN. Das ist ein im Automobilbau weit verbreitetes Konstruktionsmerkmal: das innere Rad beschreibt bei Kurvenfahrt einen kleineren Radius als das äußere Rad. Logischerweise muss sich das innere Rad weiter in die Kurve drehen als das äußere Rad. Das allerdings ist bei einem sich in die Kurve neigenden Motorrad extrem schwierig, denn das Rad lenkt ja nicht nur und bewegt sich auf und ab wie beim Auto. Bei einem Motorrad kommt noch die Schräglage hinzu! Nur indem wir unabhängige Achsen für Lenkung und Schräglage mit spezifischem ‚Offset‘ Gelenken gewählt haben, konnten wir dieses Problem lösen. Das Ergebnis ist ein ganz natürliches Fahr- und Lenkgefühl wie man es vom Motorrad kennt. Diese neue Technik ist ein wesentlicher Baustein für den NIKEN Kurven-Fahrspaß!“
Die Gewichtsverteilung
Takahiro gibt weitere Einblicke: „Ein weiterer Geschichtspunkt war die Gewichtsverteilung. Die Erfahrung aus dem GP Rennsport hat uns gelehrt, dass für ein perfektes Handling die Gewichtsverteilung 50:50 zwischen Vorderrad und Hinterrad sein muss, den Fahrer natürlich eingeschlossen. Wie unschwer zu verstehen ist, haben wir bei der NIKEN offensichtlich wegen der beiden Vorderräder mehr Gewicht vorne. Deshalb haben wir uns einen ‚doppelten Lenkkopf‘ einfallen lassen. Dieser technische Kniff erlaubt es, den Lenker nach hinten zu schieben und damit auch den Fahrer weiter hinten als üblich zu positionieren. Wir haben so wieder die Idealverteilung von 50:50 erreicht. Zusätzlich hat uns dabei Leichtbau geholfen, wie z.B. der Aluminiumtank zeigt.“



2018_MXT850_NIKEN_Grip and feel for the road from 236-732045 (gc_single_col)Grip und Gefühl für die Straße
2018_MXT850_NIKEN_Valentino Rossi (left) and Eric de Seynes (right) at NIKEN's launch from 236-732129 (gc_single_col)Valentino Rossi (links) und Eric de Seynes (rechts) bei der Vorstellung der NIKEN
2018_MXT850_NIKEN_Maximum cornering performance and confidence from 236-732075 (gc_single_col)Vertrauen bei großen Schräglagen
2018_MXT850_NIKEN_Easy to go fast for a longer distance from 236-732033 (gc_single_col)Auf langen Strecken auch bei hohen Geschwindigkeiten zu Hause
2018_MXT850_NIKEN_Feeling of freedom by more flexibility from 236-732039 (gc_single_col)Flexibilität gibt ein Gefühl der Freiheit
  

Der Schlüssel: Bodenhaftung
Die zwei Vorderräder der NIKEN erhöhen die Bodenaufstandsfläche der Reifen natürlich um das Doppelte. Diese zusätzliche Traktion der Vorderräder ermöglicht die sensationelle Kurvenfahrt, die wohl nur mit einem solchen Konzept möglich ist. Die beiden Vorderräder stellen zusätzliche Stabilität und Grip sicher. Das wird man besonders in kritischen Situationen, wie bei schlechten Straßen, starken Bremsmanövern oder hohen Kurvengeschwindigkeiten feststellen.
Das Fahrgefühl
Es gibt noch einen weiteren Pluspunkt: das Gefühl für das Vorderrad, das beim Motorrad ein entscheidendes Kriterium ist. Eric de Seynes, Direktor bei Yamaha Motor Europe sagt dazu: „Über das Vorderrad muss man Information und Feedback von der Straße bekommen. Jetzt stehen zwei Vorderräder zur Verfügung die einfach doppelt so viel Feedback geben. Man weiß mit der NIKEN immer in welchen Bereich man gerade unterwegs ist und man fühlt direkt den Grip an den Vorderrädern. Die Art dieser Rückmeldung an den Fahrer ist einfach einzigartig.“ Auch Moto GP Star Valentino Rossi bestätigt das: „Man hat ein unglaubliches Feeling für die Vorderräder. Man kann selbst nahe am Limit in schwierigen Situationen Herr der Lage bleiben. Dieses Gefühl für die Vorderräder ist wirklich etwas ganz Neues.“
Die Ruhe selbst
„Mit der NIKEN ist es ziemlich einfach, auch auf schlechten Wegstrecken schnell zu fahren,“ bestätigt Produktplanungsmanager Oliver Grill. „Das Motorrad macht Spaß ist sportlich und hat eine prima Straßenlage. Man kann sich also entspannen und auch längere Touren werden nicht zur Qual. Bei Gruppenausfahrten kommt man immer bequem mit den anderen mit, denn mit der NIKEN hat man immer Reserven in der Hinterhand.“
Die Flexibilität
Die NIKEN Technik hat noch andere positive Effekte: Der zusätzliche Grip macht nicht nur tolle Bremsmanöver möglich, man tut sich auch leichter diese Bremsmanöver zu kontrollieren. Bei Kurvenfahrt wird man schnell das Gefühl bekommen, dass sich das Motorrad stabil in Schräglage verhält und der Vorderbau wenig Tendenz zum Wegrutschen hat. Im weiteren Verlauf der Kurve wird man feststellen, wie unsere Testfahrer bestätigen, dass man früher ans Gas gehen kann. Unterm Strich ermöglicht die NIKEN einen deutlich größeren Spielraum für die Wahl von Bremspunkten oder Beschleunigungsphasen.
Die anderen Vorzüge
Welche weiteren Vorzüge liefert das System?
· Die Stoßdämpfung auf holprigen Straßen ermöglich einen tollen Komfort, weil das System die Stöße eines Rades durch das komplette System sanft abfängt.
· Über einen Randstein in Schräglage zu geraten, macht weniger aus, da zunächst ein Rad darüber hoppelt, das andere aber den Grip behält. Der Stoß wird wieder über das gesamte System abgefangen.
· Mit Sozius oder Gepäck zu fahren beeinflusst die Gewichtsverteilung nicht so stark wie bei einem konventionellen Motorrad.
Welche Nachteile?
Wenn man die Entwickler nach Nachteilen fragt, bleiben sie erst mal nachdenklich: es gibt nicht viele Nachteile „Nun, natürlich ist das Gewicht der Vorderräder und der dazugehörigen Mechanik höher als bei einem normalen Motorrad“, sagt Arata Kato. „Im Stadtverkehr beispielsweise muss man sich der Breite des Vorderbaus bewusst sein.“



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2018_MXT850_NIKEN_A new perspective on sports motorcycle riding from 236-732015 (gc_single_col)Neue Perspektiven beim sportlichen Motorradfahren
2018_MXT850_NIKEN_NIKEN 2018 from 236-732087 (gc_single_col)NIKEN 2018
  

Das Design
„Das Design der NIKEN ist sehr sportlich“, meint Arata. „Die Anmutung erinnert ein bischen an einen Skorpion und der Kontrast zwischen vorne und hinten assoziiert sportliches Motorradfahren auf kurvigen, bergigen Straßen.“
„Darüber hinaus haben wir versucht, Wendigkeit und Kontrolle auszudrücken. Ein Stilelement ist dabei die Sichtbarkeit der Konstruktion des Vorderbaus. Man kann die Bewegungen der Vorderräder sehen. Wir haben die Technik nicht verhüllt, wenn das Motorrad in Schräglage ist, kann man sehen wie das System funktioniert.“
Der Motor   
Takahiro ist sich sicher: „Unser MT-09 Motor ist drehmomentstark und leicht und sehr gut zu fahren. Er ist einer der besten Motoren, die es gibt, um speziell kurvige Straßen zu genießen. Wir haben das Triebwerk weiter in Richtung Drehmoment entwickelt mit einer größeren Masse an der Kurbelwelle, um dem höheren Gewicht der NIKEN Rechnung zu tragen.“
Das Fahrwerk
Der Rahmen ist eine Hybrid-Konstruktion aus Gitter-Stahlrohren, mit einer gegossenen Aluminiumschwinge kombiniert. Dadurch wird die für das Konzept und das Handling nötige Verwindungssteifigkeit erreicht.
Die beiden Upside-Down Gabeln übernehmen zwei Aufgaben: die vorderen Elemente der Gabel sind die Führungsrohre, die hinteren Elemente sind für die Dämpfung zuständig. Sie können sowohl in Zug und Druckstufe verstellt werden.
Die Hinterradfederung hat einen einfach zu bedienenden Einstellmechanismus für Federvorspannung. Die Dämpfung kann am Dämpfer selbst verstellt werden.
Die Elektronik
Der ‚Quickshifter‘ ermöglicht schnelles Hochschalten ohne die Kupplung zu betätigen. Eine Traktionskontrolle verhindert das Durchdrehen des Hinterrades speziell auf schwierigem Untergrund. Der D-Mode lässt persönliche Einstellung der Gasannahme zu. Cruise Control (Geschwindigkeitsregelanlage) erleichtert das konforme Fahren in Bereichen mit Geschwindigkeitsbegrenzung und bietet Komfort auf langen Strecken.
Die Revolution
„Der Yamaha Tradition folgend, stellt die NIKEN wieder eine Revolution in der Motorradwelt dar,“ ist Oliver überzeugt. „Das Fahrzeug vermittelt ein anderes Fahrgefühl und erlaubt es, anders zu fahren. Es  zeigt eine neue Perspektiven beim sportlichen Motorradfahren auf, die es so seit langer Zeit nicht mehr gegeben hat.“



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